Kunststofffenster haben sich in Deutschland schon seit Jahren zu den beliebtesten Fenstern entwickelt. Sie zeichnen sich durch günstige Anschaffungspreise einerseits und hohe Komforteigenschaften andererseits aus. Doch ihr volles Potenzial können Kunststofffenster nur dann entfalten, wenn sie korrekt eingebaut werden. Dafür ist natürlich schon vor dem Kauf das richtige Aufmaß entscheidend. Wer sich unsicher ist, ob er selbst richtig gemessen hat, kann den Aufmaß-Service eines versierten Fensterbauers in Anspruch nehmen. Er übernimmt auch gerne den korrekten Einbau der Kunststofffenster.

 

Die Bedeutung der RAL-Richtlinien beim Einbau der Kunststofffenster

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Empfehlenswert ist grundsätzlich eine Fenstermontage nach RAL. Das Kürzel steht für ein deutsches Institut für Gütesicherung. Es hat schon vor längerer Zeit einen Leitfaden veröffentlicht, aus dem hervorgeht, wie Kunststofffenster, aber auch alle anderen Fenster, idealerweise eingebaut werden sollten. Daraus hat sich am Markt der Begriff RAL-Montage herausgebildet.

Allerdings sind die RAL-Richtlinien kein einfaches Schema F, nach dem jedes Fenster montiert werden kann und soll. Stattdessen handelt es sich um Empfehlungen für die Fenstermontage, die auf die jeweilige Bausubstanz abgestimmt sind. So wird jedes Fenster gemäß RAL-Richtlinien individuell montiert, abhängig von den baulichen Gegebenheiten vor Ort. Vor allem zwischen Neubauten und Bestandsbauten ergeben sich hier deutliche Unterschiede.

 

Grundlagen der RAL-Montage

Sollen die Kunststofffenster nach RAL-Richtlinien montiert werden, gilt nur eine pauschale Grundregel für alle Fenster: Innen müssen sie dichter als außen montiert werden. Dies geschieht, abhängig von der Bausubstanz, mit unterschiedlichen Dicht- und Anschlussbändern oder auch Montageschäumen. Häufig werden für den Einbau der Kunststofffenster folgende Varianten gewählt:

  • Montage mit Multifunktionsband
  • Montage mit PU-Schaum
  • Montage mit Acryl

 

RAL-Montage mit Multifunktionsband

Das Multifunktions- oder Multifunktionsdichtband etwa eignet sich vor allem für den Einbau der Kunststofffenster im Neubau. Das Band ist nahezu so breit wie das Fenster selbst und wird noch vor der eigentlichen Fenstermontage um das gesamte Fenster geklebt. Nach der Montage quillt es auf und dichtet die drei Ebenen des Fensters korrekt ab. Dabei wird die äußere Ebene dampfdiffusionsoffen, die mittlere Ebene als Dichtebene und die innere Ebene dampfdiffusionsdicht ausgeführt. Der Nachteil beim Multifunktionsband besteht darin, dass es nur in einem bestimmten Bereich aufquillt. Bei einem örtlich vorhandenen unebenen Mauerwerk kann es daher zu Problemen führen. Solche Mauerwerke finden sich häufig in Altbauten, so dass hier eher zu einer anderen RAL-Montage gegriffen wird.

 

RAL-Montage mit PU-Schaum

Die Montage mit PU-Schaum verwendet neben dem Schaum auch ein innen- und außenseitiges Dichtband. Die Dichtbänder werden vor der eigentlichen Montage auf den Fensterrahmen aufgeklebt. Wichtig ist hier genaues Arbeiten, denn werden die beiden Bänder vertauscht, kann es zu Einbußen bei den Dämmeigenschaften des Kunststofffensters kommen. Die mittlere Ebene, also die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk, wird bei dieser Montageart mit dem PU-Schaum ausgespritzt. Anschließend können die Dichtbänder über dem PU-Schaum ans Mauerwerk geklebt werden. Bei unebenen Dichtebenen wird diese Montageart empfohlen. Außerdem sorgt der PU-Schaum für zusätzlichen Halt des Fensters.

 

RAL-Montage mit Acryl

Die Fenstermontage mit Acryl ist ebenfalls möglich. Dann werden die Fugen mit Acryl abgedichtet, statt mit den Dichtbändern. Allerdings muss ein Acryl zum Einsatz kommen, das die Anforderungen nach RAL erfüllt. Auch hier wird die Fläche zwischen Mauerwerk und Fenster wieder mit PU-Schaum ausgespritzt. Vor allem bei der Altbausanierung kommt diese Form der Fenstermontage zum Einsatz.